"Ich habe nichts aufgeschrieben und werde Ihnen aus meiner Erinnerung etwas erzählen. Ich war noch aktiver Offizier, als ich Herrn Nachama kennengelernt habe. Noch heute erholte ich Briefe von Soldaten, die in den 50er Jahren in Berlin waren und sich noch unserem Kantor erkundigen,- einmal bekam ich Besuch von einem jungen Leutnant, der sagte, mein Vater hat den Kantor den Estrongo Nachama gehört - wo kann ich ihn sehen? Und die verschiedenen Kinder, die er damals betreut hat, die schreiben noch heute und spielen auch seine Platten in Amerika, und mit Ausnahme von Jossele Rosenblum ist er der populärste Kontor. Ohne Nachama hätten wir keinen Gottesdienst. Manche Leute kommen nur zum Service bei der US-Army hier in Berlin, um ihn singen zu hören.

Und er hat so eine besondere Art im Umgang mit diesen Kindern - sie haben ihn alle gern, auch Kinder, die gar nicht mit ihm sprechen, denn er spricht alle Sprachen der Welt - mit Ausnahme von Englisch, aber das lernt er jetzt langsam.

Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Kleinigkeiten von unserer Gemeinde überreichen - nein, nein, keine Bilder - das ist eine Medaille von der amerikanisch-jüdischen Gemeinde in Berlin; wir machen die wertvoll, indem wir sie nicht so Vielen verteilen; es gibt ungefähr 10 Stück davon, die verteilt worden sind: " in grateful acknowledgement of all the services". Dann habe ich von der Berlin Brigade, wovon vielleicht 30 Stück verteilt worden sind, eine Plakette mitgebracht Für den Oberkantor der amerikanisch-jüdischen Gemeinde zu Berlin in Anerkennung der vierzigjährigen selbstlosen Aufopferung zum Wohle der amerikanisch-jüdischen Gemeinde zu Berlin" - und das stimmt nun wirklich, denn: die deutsche jüdische Gemeinde hat Herrn Galinski und Herrn Rabbiner Stein, Herrn Rabbiner Weiß und noch andere, aber wir haben nur Nachama.

Louis Fischer
Rabbiner der US-Streitkräfte in Berlin